Fairer Handel

Fairtrade liegt im Trend. Das geht aus den Umsatzzahlen der letzten Jahre hervor. Nicht nur in den Bioläden, sondern auch in den Discoutern und Drogerien sind Fairtrade Produkte mittlerweile im Sortiment angekommen. Doch was bedeutet Fairtrade und Fairer Handel überhaupt? Im Folgenden wollen wir uns mit dem Thema Fairer Handel näher auseinandersetzen.

Was bedeutet Fairer Handel?

Fairer Handel bedeutet, dass Erzeuger*innen für ihre Produkte und Waren Mindestpreise von Fairtrade-Organisationen erhalten. Die Mindestpreise werden auch gezahlt, wenn der Preis auf dem Weltmarkt deutlich niedriger ausfällt. Dies ermöglicht Erzeuger*innen die Deckung der Produktionskosten sowie ein höheres und verlässlicheres Einkommen. Weiterhin gibt es für bestimmte Produkte eine Fairtrade-Prämie, mit der die Erzeuger*innen beispielsweise Trinkwasserbrunnen bauen, Straßen oder Schulen renovieren oder an Fortbildungen teilnehmen können. Auf Wunsch können Produzent*innen auch an Schulungen teilnehmen oder eine Vorfinanzierung erhalten, um Anbaumethoden und Erträge zu verbessern.
Im Gegenzug erklären sie sich bereit, Menschenrechte und Umweltrichtlinien einzuhalten, Zugang zu Gewerkschaften anzubieten sowie Kinderarbeit und Sklaverei zu verbieten. Folglich erhalten Arbeiter*innen auf Plantagen und in Fabriken Schutzkleidung, eine gerechte Bezahlung, bezahlten Urlaub und Maßnahmen zur soziale Vorsorge.
Es gibt eine Vielzahl an fairen Produkten, wie beispielsweise Kakao, Schokolade, Kaffee, Bananen, Mangos, Baumwolle. Aber auch industrielle Produkte, wie Bekleidung, Spielsachen, Geschirr, Schmuck oder Kunsthandwerk können fair produziert, verarbeitet und vertrieben werden.  Die jeweiligen Standards für ein Fairtrade-Produkt werden von Organisationen selbst festgelegt. Die Einhaltung der Standards werden anschließend in regelmäßigen Abständen kontrolliert.

Herausforderungen

Siegelvielfalt

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Gütesiegel und Labels machen Produkte aus Fairem Handel für Verbraucher*innen sichtbar. Neben den Hauptgütesiegeln der Fairtrade Labelling Organization International (kurz FLO) gibt es nationale Initiativen und Labels, welche auf bestimmte Regionen, Produkte oder Zutaten beschränkt sind. Durch die Vielzahl an Labels und Initiativen ist es für Konsument*innen häufig schwer, einen Überblick zu behalten. Denn die jeweiligen Kriterien der Siegel können sich stark unterscheiden. So wird bei manchen Produkten beispielsweise nicht die gesamte Lieferkette betrachtet, sondern lediglich einzelne Zutaten.

Was du selber tun kannst:

  • Um für mehr Fairness, Verantwortung und Transparenz zu werben, brauchen wir kreative Botschafter*innen. Wie wäre es beispielweise, wenn eure OG beim nächsten Karnevalszug faire Kamelle verteilt? Eine Kostenübernahme könnt ihr vorab bei Franzis Förderverein beantragen.
  • Kaffee, Bananen oder Reis, welche mit einem Fairtrade-Siegel ausgezeichnet sind, sind zu 100 Prozent fair gehandelt. Es gibt jedoch auch sogenannte Mischprodukte, bei denen nur ein Teil der Inhaltsstoffe oder Zutaten fair gehandelt wurde. Hier macht es Sinn, sich die Zutatenliste auf der Verpackung genauer anzusehen. 
  • Mit Siegeln werden faire Produkte gekennzeichnet (z.B. FAIRTRADE, GEPA, Weltladen). Es kann helfen, wenn du dir vorab die verschiedenen Siegel genauer anschaust. In diesem Zusammenhang macht es manchmal mehr Sinn, dass du dir ein BIO-Produkt aus der Region kaufst, statt einem Fairtrade-Produkt. Denn Fairtrade-Produkte kommen häufig aus südlicheren Ländern und müssen daher weitere Transportwege auf sich nehmen bevor sie im Einzelhandel landen.

Wusstest du schon, dass…

  • … sich die KLJB seit Anfang an für die Umsetzung und Gestaltung des fairen Handels einsetzt? Bei Veranstaltungen werden fair gehandelte Produkte angeboten und verkauft. Zudem hat die KLJB Köln im Jahr 2019 einen Antrag zu Mikroplastik verabschiedet, mit welchem sie sich das Ziel setzt, so wenig Plastikmüll wie möglich zu verursachen (Zur Themenseite Mikroplastik).
  • … reguläre Erzeuger*innen häufig nur wenig Lohn für ihre harte Arbeit erhalten? Denn über 90 Prozent aller Verkaufseinnahmen verteilen sich auf Supermärkte, Großhändler und Herstellerfirmen.
  • … es in Deutschland mehr als 2000 verschiedene faire Produkte gibt? Fairtrade Bananen, Kaffee, Kakao und Baumwolle verkaufen sich hiervon am meisten.

Quellen:

Fairtrade AT: Herausforderungen. Nachhaltiger Wandel braucht Zeit. https://www.fairtrade.at/de/was-ist-fairtrade/herausforderungen.html.
Fairtrade Deutschland: Fairtrade-Produzenten. Selbstbestimmt in eine bessere Zukunft. https://www.fairtrade-deutschland.de/was-ist-fairtrade/fairtrade-produzenten.html.
Gepa: Fairer Handel. https://www.fairtrade.de/index.php/mID/1.1/lan/de.
GEOlino: Fair trade. So erkennt ihr fair gehandelte Produkte. https://www.geo.de/geolino/wissen/16317-rtkl-wie-wir-die-welt-retten-fair-trade.
Stiftung Warentest: Nach­haltig­keits­siegel Können Verbraucher Fairtrade, Utz & Co vertrauen? https://www.test.de/Nachhaltigkeitssiegel-Koennen-Verbraucher-Fairtrade-Utz-Co-vertrauen-5007466-0/
Verbraucherzentrale: Fairer Handel. Einkauf mit gutem Gewissen. https://www.verbraucherzentrale.de/wissen/umwelt-haushalt/wohnen/fairer-handel-einkauf-mit-gutem-gewissen-7067.